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  • Tobias

Ein Beispiel einer Schattenbetrachtung

Aktualisiert: 11. Dez. 2022

In der Körperpsychotherapie wird der Zugang zum Unbewussten über den Körper gesucht. Das dann sichtbar werdende sind Anteile aus der Psyche, die aus gutem Grund verdrängt wurden, jedoch heute noch unser autonomes Nervensystem bestimmen. Im Folgenden geht es um genau diesen Prozess.


Kommt es dir manchmal so vor, als wenn zwei Anteile in dir miteinander streiten würden und Du nicht weißt, wem du folgen sollst?

Nach C.G. Jung bilden sich beim in die Gesellschaft hineinwachsen zwei psychische Grundmuster aus. Die Persona und der Schatten. Licht und Schatten.

Die Persona umfasst alles, was wir brauchen, um gut in der Gesellschaft zurecht zu kommen, angesehen zu sein und dazuzugehören. Das was sichtbar und bewusst ist. Im Schatten ist alles, was uns nicht bewusst ist, uns jedoch auch leiten kann. Ohne Licht entsteht bekanntlich kein Schatten.


Es gibt die Annahme, dass wir zu 95% unbewusst durch das Leben wandeln und trotzdem meinen zu einem Großteil die Kontrolle zu haben. Ob das stimmen mag, sei dahin gestellt, jedoch ist es spannend zu schauen, was es für eine Bedeutung für unser Handeln, Denken und Fühlen haben könnte, wenn wir uns tatsächlich weite Anteile der Sinneseindrücke, der Möglichkeiten und der Vergangenheit nicht bewusst sind.


Ich probiere den daraus möglichen Konflikt anhand eines Beispiels deutlich zu machen:


Kindanteil, Licht und Schatten, Unterbewusstsein
Das Unbewusste ist gewissermaßen der Mutterboden, aus dem Bewusstsein wächst.” C.G. Jung

Es kann sein, dass es deinen Eltern sehr wichtig war, dass du dich richtig gut benimmst, wenn du auf neue Menschen triffst. Das heißt, du machst eine freundliche Miene, bist höflich und zuvorkommend. Deine eigenen Wünsche hast du für diese Zeiten gelernt zu unterdrücken, wie auch nicht passende Gefühlsausdrücke und Impulse. Falls du dem nicht nachkamst, gab es Ärger, böse Blicke oder Bestrafungen. Du bist dem aber auch gerne gefolgt, denn dein bewusster Anteil fand das logisch und du gingst sogar soweit, dass du es noch besser als erwartet machen wolltest. Du wolltest deine Eltern stolz machen.

Heute triffst du auf neue Menschen, bist erwachsen und wunderst dich, dass du öfters mal schlechte Laune bekommst und sogar Angst, wenn du in Kontakt trittst.

Erklärbar wäre es damit, dass die Persona viel Aufmerksamkeit bekam und einiges in den Schatten weggesperrt werden musste. Das untadelbare Erscheinungsbild hast du so gut verinnerlicht, dass dein Nervensystem das bis heute abgespeichert hat.

Im heutigen Kontakt mit neuen Menschen wurde das alte Muster aktiviert, jedoch nun mit dem Verständnis des Erwachsenen, der weiß, dass man sich ganz frei zeigen darf. Nun streiten zwei Anteile in dir und der Verstand probiert verständliche Schlussfolgerungen zu ziehen, die aber nur selten dazu führen, dass du die wirklichen Ursachen erkennst und dich davon freimachen könntest.


In einer körperpsychotherapeutischen Sitzung würden wir genau das Herausarbeiten und im besten Fall diesen inneren Konflikt lösen.

„Wenn ein Mensch geheilt werden soll, so muss ein Weg gefunden werden auf welchem die bewusste Persönlichkeit und der Schatten zusammen leben können.“ C.G. Jung

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