• Tobias

Einblick in eine körperpsychotherapeutische Sitzung

Aktualisiert: 8. Okt.

Dies ist ein Dialog, wie körperpsychotherapeutisch während einer Session gearbeitet wird. Er ist erfunden und spielt lediglich eine Situation nach.


Eine Klientin kommt in die Praxis der energetischen Körperpsychotherapeutin. Es ist ihre vierte Stunde und sie ist somit schon mit der Methodik vertraut. Nach der Begrüßung und dem Einfinden startet die Session.


„Das grundsätzliche Ausweichen vor dem Wesentlichen ist das Problem des Menschen!” Wilhelm Reich

Klientin: Heute fühle ich mich schlecht, matt und antriebslos.

Therapeutin: Wie zeigt sich die Antriebslosigkeit in deinem Leben gerade? Was macht sie mit dir?

Klientin: erzählt ausgiebig aus ihren letzten Tagen

Therapeutin: Hört empathisch zu; Kannst du die Antriebslosigkeit in deinem Körper spüren?

Kl.: Nicht so richtig, meine Beine fühlen sich schlapp an.

Th.: Nimm dir ruhig einen Moment Zeit und vertiefe deine Atmung. Lass gerne Töne zu und spüre in deinen Körper.

Kl.: Das tut gut. Ich spüre eine Schwere, die mich runter zieht, als wenn Gewichte an meiner Hüfte befestigt wären.

Th.: Bleib gerne bei der vertieften Atmung und spüre in die Hüfte rein. Wie sehen die Gewichte genau aus? Übertreibe auch gerne die Körperhaltung, die damit einhergeht.

Kl.: Die Gewichte sind aus Eisen, rund und mit Ketten an mir fest gemacht. Kann sich kaum noch auf den Beinen halten und nimmt eine gebückte Haltung ein.

Th.: Wie erlebst du dich in dieser Haltung? Kommt ein Gefühl in dir hoch?

Kl.: Ich fühle mich wie in einer Ritterrüstung, die viel zu schwer für mich ist. Das macht mir Angst und lähmt mich.

Th.: Kennst du den Zustand aus deiner Vergangenheit?

Kl.: erzählt aus ihrer Vergangenheit, denn sie kennt den Zustand nur zu gut.

Th.: Fängt an ihre Verhärtungen in den Muskeln mit leichten Berührungen zu stimulieren und in Schwingung zu bringen. Wie ist deine Atmung jetzt? Gibt es körperliche Bewegungen, die du gerne ausdrücken möchtest?

Kl.: Fängt an auf den Boden auf zu stampfen.

Th.: Ist das schon alles? Und macht mit.

Kl.: Nein!!! Springt und stampft wie wild auf dem Boden auf und fällt in sich zusammen.

Th.: Ist bei ihr, hält die Hand und streichelt über den Rücken.

.

Th.: Was fühlst du jetzt?

Kl.: Ein wenig Trauer und ganz viel Erleichterung. Es ist so schön hier auf dem Boden zu liegen. Ich darf einfach da sein.

Th.: Wie geht es deiner Ritterrüstung? Ist sie noch da?

Kl.: Die ist abgefallen.

Th.: Wie geht es deinem Antrieb?

Kl.: Jetzt möchte ich erst einmal genießen, hier gehalten zu werden und dann freue ich mich auf das Leben. Ja, ich fühle mich energetisiert.


So in etwa könnte ein Ausschnitt aussehen. In Wirklichkeit läuft dieser Dialog zwischen Klientin und Therapeutin sehr viel langsamer ab und die Klientin braucht ihre Zeit bis sie anfängt, wieder ihren Körper zu spüren, Gefühle zuzulassen und vor allen Dingen sich den unwillkürlichen Regungen hinzugeben, ohne dass der Verstand die Kontrolle übernimmt.

Übrigens: Kontakt, Berührungen und Spiegeln in den Schatten passieren mit Absprache zwischen Therapeuten und Klienten.


Lust das selbst einmal zu erleben? Dann melde dich gerne bei mir.




31 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen